Chinchillas

Da ich bisher oft die Erfahrung machen musste, dass viele nicht genau wissen, was ein Chinchilla eigentlich ist, hier nun eine kleiner Steckbrief:

Stamm: Chordata (Chorda-Tiere)

Unter-Stamm: Vertebrata (Wirbeltiere)

Klasse: Mammalia (Säugetiere)

Ordnung: Rodentia (Nagetiere)

Familie: Chinchillidae (Hasenmäuse)

Gattung und Art: Chinchilla lanigera

Vorkommen und Lebensraum:
Ursprünglich kommen Chinchillas aus dem Andengebiet um Chile, Peru sowie Bolivien und Argentinien, womit ihr Lebensraum also der kargen Gebirgs- und Halbwüstenregion entspricht.

Aussehen und Gewicht:
Chinchillas sind etwa 20-30cm lang und haben einen ca. 10-20cm langen, buschigen Schwanz.

Sie sind, abgesehen von ihren großen Ohren und den Unterseiten der Füßchen, vollständig mit einem extrem weichen, sehr empfindlichen Fell bedeckt, weshalb sie leider auch für die Pelzzucht immer interessant waren.

Chinchillas wiegen zwischen 500-800gr, dies varriert, genau wie beim Menschen, je nachdem, wie groß das Chinchilla ist.

Fortpflanzung, Trächtigkeit und Lebenserwartung:
Chinchillas werden mit etwa 4-5 Monaten geschlechtsreif.

Ein Chinchilla-Weibchen wird etwa alle 4 wochen hitzig und nach der Paarung ist es dann ca. 111 Tage trächtig, bis es 1-4 neue, schon recht weit entwickelte (vollständiges Fell, offene Augen) Wollknäule zur Welt bringt.

Chinchillas können, eine artgerechte Pflege und etwas Glück vorausgesetzt, 18-20 Jahre alt werden, was ihnen leider, aufgrund ihrer doch recht hohen Anfälligkeit oft nicht vergönnt ist.

Haltung:
Große Käfige mit einer Grundfläche von 1m x 1m sind ideal für die kleinen Nager, und auch an der Höhe sollte ma nicht geizen und ihnen mindestens 1,20m Höhe zur Verfügung stellen.

Faustregel ist einfach: Je größer, desto besser!

Im Käfig sollten immer frische Äste von bspw. Weiden oder ungespritzten Apfelbäumen vorhanden sein, denn die kleinen Pelzkugeln, als anständige Nager, brauchen dies um ihre Zähne abzuwetzen und ihren Nage-Trieb zu befriedigen, denn sonst müssen bei den Ausläufen in der Wohnung Fußleisten und andere Dinge herhalten (ich meine, daran nagen werden sie so oder so, aber durch genügend Material im Käfig, kann man diesen Trieb schon etwas eindämmen *g*).

Auch Ytong-Steine eignen sich ganz wunderbar zum Nagen...und, zum im Käfig rumschieben und nachts von den Brettern fallen lassen ;)

Futter:
Als Futter sollte man Chinchillas immer genügend frisches Heu zur Verfügung stellen, des Weiteren brauchen sie spezielle Pellets, die genau auf ihre karge Lebensweise zugeschnitten sind.

Ab und an genießen die kleinen Fellnasen es auch, wenn sie mal eine Rosine oder ein Stückchen ungespritzten (!) Apfel bekommen, auch getrocknete Bananenscheiben oder getrocknete Kräuter werden gern und am liebsten auch in rauen Mengen verputzt ;)

Dies sind jedoch Leckerlies, die bei weitem nicht jeden Tag auf dem Speiseplan stehen sollten, v.a. Rosinen kriegen meine süßen so 2-3Mal im Jahr, sie lieben sie zwar, aber die Dinger sind in großen Mengen einfach Gift.

Was darf sonst nicht fehlen:
Natürlich brauch man einen Futternapf für die Pellets und eine Heuraufe für das Heu, da sonst die Gefahr bestünde, dass das Heu mit Urin oder Kot verunreinigt wird und die Tiere erkranken.

Auch ein Mineralstein und ein Salz-Leckstein (diese rosafarbenen runden Dinger, bekannt von Meerscheinweinchen und Hasen) sind nicht verkehrt, da sich das Chinchilla hier selbst mit den nötigen Mineralstoffen versorgen kann.

Eine Nagertränke, in der sich immer genügend frisches abgekochtes (!) Wasser befindet, sollte auch im Käfig vorhanden sein.

Ich persönlich würde keinen Trinknapf empfehlen, da dort immermal etwas reintropfen oder fallen kann und das Wasser dann verunreinigt ist.

Des Weiteren brauchen die Tiere ein Sandbad um ihre Fellpflege betreiben zu können.

Man sollte Chinchillas nicht nass machen bzw. nass werden lassen, da sonst die Gefahr besteht, dass das Fell verfilzt.

Noch zu erwähnen wäre:
Chinchillas sind nachtaktiv, d.h. man kann erst ab ca. 20Uhr an den Käfig heran um ihn zu säubern, den Tieren Futter zu geben und vor allem, um sich mit ihnen zu beschäftigen.

Man sollte Chinchillas schon mind. alle 3-4 Tage die Möglichkeit geben in der Wohnung zu laufen, hierbei sollten aber alle Dinge beseitigt werden, wodran sich das Tier verletzen kann, da Chinchillas versuchen werden alles auf seine Genieß- oder Nagbarkeit zu testen (hier seien Stromkabel in aller erster Linie erwähnt!).

Chinchillas sind keine Schmusetiere, sie werden zwar zahm und lassen sich auch streicheln, aber sie behalten ihren eigenen Kopf und lassen nicht gern mit sich herumfuhrwerken so wie Meerschweinchen z.B..

Sollten noch Fragen offen sein, könnt ihr mir gern eine Mail schicken, ich werde sie dann versuchen nach meinem besten Wissen und Gewissen zu beantworten, sollte selbst ich daran scheitern, habe ich einige überaus chinchilla-erfahrene Bekannte, die dann mit Rat und Tat zur Seite stehen (gegrüßt sei an dieser Stelle der von Kerstin im Jahre 2000 ins Leben gerufene Chinchilla-Fanclub!).

Sooo, last but not least, kommen wir endlich zu meinen eigenen Pelznasen:

Pünktchen
Celia
Krümel